27. Januar 2026, Dienstag

Paris. Ich weiß ja immer nicht so richtig, was man hier machen soll, außer dass es natürlich wahnsinnig schön ist überall (spazierengehen!) und man als großer dummer Deutscher in den ganz wunderschönen, winzigen Lokalen mit den Knien immer irgendwo anstößt, an den anderen Tischen, Stühlen, Gästen, an einer Japanerin mit großer Miu-Miu-Papier-Einkaufstüte, am ganzen aufgekratzten Pariser Trubel eben. #normal

Bei David Zwirner in der Rue Veille du Temple zehn Minuten und noch länger vor den Bildern des Um-1900-Belgiers Léon Spilliaert gestanden.

Und noch mal zehn Minuten.
Und noch mal zehn Minuten.
Und weiter.
Und die sagenhaft schönen Räumen der Galerie Zwirner im Pariser Marais — Glas, weiß gestrichene Brickstones, Metall — wahrgenommen.
Und raus und noch mal rein.
Und noch mal fünf Minuten.

Ich fand den gar nicht so gut (den Maler Léon Spilliaert). Oder so etwas. Eher so ein bisschen halbkitschig vormodern. An der Schwelle zu etwas sehr Scheußlichem sogar (très 1905, Symbolismus?). Es gab einfach so viel zu gucken.

Und, wie das in Galerien eben möglich ist: Ich verliebte mich, guckend und weiterguckend, gewissermaßen dauernd auf dem Sprung, in das Bild Nu féminin sous des arbres enneigés au clair de lune rouge (Weiblicher Akt unter verschneiten Bäumen mit rotem Mond), entstanden im Jahr 1917). Und stellte mir vor, wie sich mein Leben veränderte, hätte ich dieses Bild, nicht weiter groß (29,7 mal 49,8 cm), bei mir zu Hause im Arbeitszimmer hängen und LEBTE MIT IHM, diesem Bild.

Wieder ganz doll versucht, nicht all zu viel Mist zu kaufen — auch so ein ewiges Pariser Thema.

La Galerie Dior.
Azzedine Alaïa Foundation.
Tom Sachs und Martha Jungwirth bei Thaddaeus Ropac.
Dover Street Market.

Abendessen mit Johanna Adorjàn, wir freuen uns schon.