30. Januar 2026, Freitag
Das beinahe tägliche Neun-Uhr-Telefonat mit dem sehr aufgeräumten, gut durchblickenden Betriebsleiter.
Ich will doch wissen, was da los ist, im Wald, verdammt.
Es ist der schneereichste Winter seit Jahren.
Schneebruch?
Der Rücker findet im Schnee kaum noch das geschnittene Holz.
Pflanzen schon seit Dezember nicht mehr möglich, klar.
Ah ja, ja: Die Jagd ist ja seit 15. Januar zu, die Abschlussquote konnte erfüllt werden.
Und: Der gut Aussehende von der CSU im Europaparlament, der mit Vollbart — Wörner? Weber? so was — fordert die Einrichtung eines europäischen Präsidenten (das ist doch auf jeden Fall eine gute Idee, super!).
Und: Unseren SPD-Vizeminister haben wir sowieso ganz genau im Blick, vielleicht sagt er ja mal wieder was Gutes (auch super, wird Zeit, Herr Klingbeil!).
Und: Die Einschätzung von Merzs außenpolitischer Arbeit fällt Woche für Woche wohlmeinender, in dieser Woche schon fast respektvoll aus (siehe hierzu auch DLF Presseschau). Das finden die Zeitungen natürlich gut, wenn unserer Kanzler die sogenannten roten Linien zieht, also dem orangefarbenen Präsidenten sagt, dass das nicht okay ist, über unsere im, Kampf gefallenen Soldaten Witze zu machen.
Und: 25 Minuten verspätete Abfahrt nach Zürich am Gare de Lyon, auf die ich heute leider sehr dünnhäutig berichte.
Da fühle ich nichts.
Da bin ich leider ganz schwach.
Da herrscht im Kopf komplette Leere.
Da fehlt mir jeder Zusammenhang.
Hier möchte ich lieber nichts sagen.
Hier fühle ich mich leider dumm.
Hier bin ich leider ängstlich.
Hier bin ich dumme deutsche Norm.
Hier fühle ich furchtbar ausgewogen.
Da habe ich nur ein ganz doofes Einerseits, Andererseits.
Hier habe ich so eine luschige Liberalität in mir, sorry, sorry.
Hier ging mein Erwachsenwerden leider schief (sorry).
Hier habe ich dummerweise mal ein Interview zu gegeben/ mich für eine Nachmittagssendung des Bayerischen Rundfunks filmen lassen/ eine Podcast aufgenommen.
Hier bin ich Deutsche-Journalisten-Schule-Schüler.
Hier bin ich deutscher Film.
Jetzt hätte ich fast gesagt: „Ein Stück weit.“
„Träum nicht dein Leben, halt einfach dein Maul.“ (Kalenderspruch)
Ach schade.
Magst du mich, Baby?
Aber ja. Das weißt du doch.
Okay.
Nachtrag einer Leserin von MadW:
Serge hat je T’Aime … nicht für Jane, sicheren für Brigitte Bardot geschrieben, weshalb sie, Jane, es auch nur ungern gesungen hat.
Gut zu wissen! Danke für die Korrektur.