5. Februar 2026, Donnerstag
Ist es möglich, über das Symposium „Windenergie im Wald“, veranstaltet vom Bayerischen Waldbesitzerverband e. V., vom Bayerischen Bauernverband und Verband Familienbetriebe Land und Forst Bayern, etwas Interessantes zu erzählen?
Das ist ganz sicher möglich, mir ist es nur gerade nicht gegeben (habe es nicht mal versucht, sorry, sorry). Ich kann erzählen, dass ich den Ausflug zum Veranstaltungsort Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee — Dienstag hin, am gestrigen Mittwoch zurück — mit Freund Michael Rehwagen unternommen habe. Mit Rehwagen wäre es auch möglich, auf einen dreitägigen Kongress über Ameisenärsche zu fahren, es wäre immer noch cool, die Gespräche wären immer inspiriert, gleichzeitig ernsthaft und stets über den unmittelbaren Gegenstand hinauszeigend. Beim Mittagessen am Veranstaltungsort — Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Kaiserschmarren mit Pflaumenkompott — lernten wir natürlich gleich jede Menge interessante Gestalten kennen. Meinungen, Biografien, auch die für Symposien typischen, etwas wirren „Ich weiß etwas, was Sie nicht wissen“-Theorien entsponnen sich. Wow.
Im Text+Kritik-Band No. 250 über Moritz von Uslar gelesen. Der für Januar angekündigte Band ist noch nicht erhältlich (meine Amazon-Seite meldet: Wird Ende März geliefert), aber man kann ja das sogenannte E-Book von Kindle kaufen. Über sich selbst zu lesen, das weiß man, ist giftig — man merkt es sofort, es entsteht so eine fiebrige-wirre Hektik im Kopf. Deshalb nach zirka dreißig Minuten aufgehört (und natürlich trotzdem schlecht geschlafen).
Lustig, wie sich die ihrem Sujet mindestens freundlich zugeneigten Professorinnen und Professoren vor allem in den ersten Texten des Bands schon ziemlich einen abbrechen müssen. Die Texte, um die es da geht — die frühen Tempo-Texte aus den Jahren 1989 bis 1991, die Theaterstücke, der Roman mit dem anstrengenden Titel Waldstein oder der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005 — waren halt einfach nicht so gut. Da wird es schwer.
Zur Poetologie Uslar, wie sie hier in den Meldungen erscheint, nur ein paar Sätze — Achtung, ich zitiere jetzt nicht aus dem tollen Text+Kritik-Band, die Exegese kommt von mir selbst, was ja tendenziell total daneben und verboten ist, ich mach das hier aber trotzdem mal:
Die Haltung ist immer: Alles ist interessant, sobald es durch die Uslar-Formuliermaschine gegangen ist und hier, in der Ein-Mann-Zeitung MadW, erscheint. Das sage ich ganz uneitel, eben — weil es, meiner Ansicht nach, so funktioniert.
Und komisch, Faszinosum Text: Dann wird es interessant. Mein Denken ist interessant — wie schön, das immer wieder zu erfahren. Nicht, weil die Themen, die hier verhandelt werden — das Wetter im Wald, die Speisekarte des Gasthofs zur Sonne, Wehwehchen beim Älterwerden, der ewige Stadt-Land-Vergleich, die neueste Trump-Scheiße —, per se alle interessant wären (sind sie ja nicht, da wird ja unentwegt in sehr viel Egales hineingeplaudert). Sondern weil die Schreibmethode Uslar etwas herstellt, das sich von mir, noch während ich es hintippe, entfernt — als Sound, dem ich dann selbst, während ich ihn herstelle, mit sich selbst verstärkend guter und immer besserer Laune zuhöre. So denke ich oft beim Mich-selbst-Lesen: Guck mal, das ist aber schön. Und interessant. Oder, Mensch, das ist ja lustig. Sehr schön, Moritz! Und: bitte weitermachen, Moritz von Uslar!
Eine voll öde Erkältung.
Wie meine Freundin Anna immer sagt (Hallo, meine Liebe Anna): Wer erkältet ist oder eine Grippe hat, der will seinen Mitmenschen ja immer etwas sagen. Was willst du uns also sagen, Erkälteter?
Ich weiß es nicht. Ich verstehe diese Theorie, die mich sofort unter Druck setzt, ehrlich gesagt auch nicht. Wenn ich etwas sagen möchte, sage ich es, glaube ich, einfach und lass das nicht die doofen Viren machen. Aber ich finde die attitude, um der es Anna natürlich auch geht, natürlich genau richtig und unterstütze sie:
Lass dich nicht hängen, öder alter Mann. Werde gesund!
„New START“, das letzte direkte Abkommen zur Begrenzung atomarer Sprengköpfe, läuft heute aus.
Christine Madeleine Odette Lagarde, meine Heldin (EZB).
Frankenpost, Titelseite: Der Freistaat Bayern will bis 2030 zum Mond fliegen (genauer: vom noch zu bauenden Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen) und gibt dafür 58 Millionen Euro aus. Supercool. Ministerpräsident Markus Söder: Der Mond sei letztlich auch eine Zwischenstation zum Mars. Logisch, logisch.