9. März 2025, Montag

Jetzt wird hier schon ernsthaft darüber diskutiert (nicht in meiner Zürcher Kernfamilie, aber bei Bekannten, nur ein paar Hausnummern weiter), ob man wegen der anhaltenden Weltkrisen — Ukraine, Iran, ein Killer in Russland, eine schwachsinnige Faschistenbande in den USA — nach Südamerika auswandern soll.

Es heißt: In den entsprechenden Gespräche im Januar 1933 klang sicherlich auch vieles übertrieben, aber die Klugen seien gegangen. Es heißt auch: Auf was soll man noch warten? Darauf, dass Medjedew Polen noch einmal „seinen Teil radioaktiver Asche“ wünscht, darauf, dass Trump noch einmal demonstrativ noch nie etwas von einer NATO-Beistandsklausel gehört hat — und darauf, dass ein österreichischer Militär-Blogger noch einmal vorrechnet, wie unsere sympathischen Luschi-Truppen innerhalb einer Woche von Putins Killer-Kommandos wegrasiert würden?

Dem Gespräch über das große Auswandern fehlte jede Hysterie. Und ich konnte nur wenig lebensfroh einwenden: In einer Welt, in der vier Fünftel des Firniss von ewiger postatomarer Finsternis bedeckt sind, möchte ich nicht zu den Überlebenden gehören. Ich sagte außerdem: Mein Südamerika ist Oberfranken.

Einwand des Onkels — wir telefonieren in diesen Tagen um die vier Mal täglich, einfach, weil es so viel noch mal zu sagen und abzuwägen gibt: Die Frage, ob man in einem von hier aus komplett ausgedacht und erratisch klingendem Land wie Uruguay weiterleben möchte, sei letztlich keine rational besprechbare, vielmehr eine Frage der Vitalität. True! Und er erinnert an 1983, als die Amerikaner in Deutschland Pershing-II-Raketen stationierten — eine ganz andere, sicher aber eben so irre und konkrete Bedrohung. Damals habe man sich auch gefragt: War‘s das jetzt? Soll man woanders weitermachen?

Im Flugzeug zur Lit Cologne.

Markus Korlek, SPD, gewinnt 51,5 Prozent der 1.754 als gültig abgegebenen Wahlstimmen (48,5 Prozent für Markus Elbel von der CSU) und ist damit gewählter Bürgermeister der Stadt Stadt Schönwald. Herzlichen Glückwunsch.