10. Juli 2025, Donnerstag
Die Rede der Oppositionsführerin Alice Weidel in der gestrigen Haushaltsdebatte fand nicht im Bundestag statt, das sah nur so aus — in Wahrheit wurde sie in einem mit Pflastersteinen ausgelegten Hinterhof gehalten, da irgendwo im Tiergarten, südlicher Rand des ehemaligen Diplomatenviertels, Staufenbergstraße, Reichpietschufer.
Es war, in Sound und Inhalt, keine Rede, wie es sie in den letzten 75 Jahren im Bundestag schon mal gegeben hat (und es sind natürlich schon sehr viele sehr, sehr schlechte Reden im Bundestag gehalten worden), das war es alles nicht: Es war ein rhetorisches Erschießungskommando. Diese Frau will nicht kritisieren, nicht hart ins Gericht gehen, nicht aufrütteln, Alternativen will sie sowieso nicht aufzeigen, das will sie alles nicht. Diese Frau will zerstören. Sie will das Stativ ihrer Waffe auf den Punkt zwischen den Augen der Menschen richten, und sie will abdrücken — sie will exekutieren, im cremefarbenen Blazer und mit dem eiskalten, larmoyanten, ihren Sadismus genießenden Alice-Weidel-Gesicht. Sie will diesen Kanzler, diese Koalition und dieses Land am Boden und im Dreck liegen sehen, damit sie mit ihrer lächerlichen, vor Ehrgeiz und kranker Hetze überschnappenden Nazi-Kasper-Truppe das Land übernehmen und ihrem Sadismus die Krone aufsetzen kann. Klingt zu doof, zu lächerlich, zu Walt-Disney-haft böse, um wahr zu sein. Ist aber: so.
Es ist, wie Wolfgang Miersch gestern — in glaubhaftem Entsetzen — im Bundestag sprach, er zitierte Roland Kaiser, und es war nicht peinlich: „Wer hat dir dein Herz gestohlen? Wie kann man so eiseskalt, so hasserfüllt — als Mensch — eine solche Rede halten, wie Sie das eben getan haben?“
Ja, die Weidel-Rede war noch ein Augenöffner — der gefühlt funfundachtzigste seit Einzug der AfD in den Bundestag vor acht Jahren. Wer diese Partei mit dieser Frau als Vorsitzenden wählt, wählt eine hasserfüllte, er wählt eine kranke Frau. Kein Mitleid. Beziehungsweise genau das eben doch, als Antwort auf den Hass der AfD-Vorsitzenden: Mitleid mit Alice Weidel. Du musst in eine Schweizerische Heilanstalt, liebe vor Hass glühende AfD-Vorsitzende, besser noch: in eine Schweizer Erotik-Sauna, geführt von srilankelischen Liebesfrauen mit Schweizer Pass. Dort gibt es Massagen, 24 hours, 7 days long, und das für unglaubliche drei Jahre lang. Und es riecht nach der ceylonesischen Frangipani-Blume, auch Tempelblume genannt, süß, cremig, tropisch-blumig, intensiv und beruhigend zugleich! Lass gut sein mit der Politik, liebe, kaputte Alice. Mach ma‘ Pause. Wir fassen dich an, wir massieren den Hass aus dir raus, den Wahn, die Panik, die Angst. Nicht weinen. Es wird alles gut.
Und natürlich ist MadW — ich sage das gerne immer wieder — GEGEN die Aufnahme eines Parteienverbots der AfD. Wir massieren das jetzt ja, wie eben besprochen, einfach alles weg.
Aufbruch nach München. Das Herz tut wirklich brutal weh.