17. September 2025, Mittwoch
Das ganze Prinzip, dass Hollywood-Stars (Leo DiCaprio und der andere hier, wie heißt er gleich, Sundance Kid, Robert Redford) im Nebenberuf auch Umweltaktivisten sind: Ist das gut? Ist es, vor allem, auch erfolgreich? Ich glaube, ich bin eher dafür, dass es Umweltaktivisten mal in Hollywood versuchen, viel interessanter.
Anna schrieb gestern: Bist du traurig wegen Robert Redford? Nee, okay, ich komischerweise auch nicht.
Und man sagt dann, weil es das ist, was man jetzt sagt: Aber die Fahrradszene in Butch Cassidy and the Sundance Kid, die Fahrradszene! Ist ja auch eine der unerklärlich schönsten Szenen der Kinogeschichte (dabei ist sie, die Fahrradszene, natürlich mit dem riesigen Paul Newman, dem Kumpel, anderen, älteren der beiden, mit dem er, Robert Redford, der jüngere, sich die langmähnige Hippie-Königin Katherine Ross teilt). Und einer der schönste Liebesfilme der Kinogeschichte ist es sowieso, sowieso.
Weinender Merz, Kipa tragend. Gegenschnitt: Rachel Salamander, mit ratterndem Kopf. Was passiert hier gerade? Wo sind die Kameras? Kann ich dem glauben, der da vorne weint? Warum findet das eigentlich so selten statt, dass ein Mensch, über die Shoa redend, mit den Tränen ringt?
„Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr mich das beschämt.“
Die Tränen des Friedrich Merz waren ja nicht deshalb wahr und ganz das Gegenteil von einem PR-Moment, weil da ein Kanzler weinte. Sondern weil ein in public Sprechender versuchte, nicht zu weinen.
„Das, was unsere dänischen Nachbarn gemacht haben, vor nicht all zu langer Zeit …“ (Moritz Schularick)
Schularick, der neue Christian Drosten, extrem gut informiert, ultra angenehmer Sprecher, moderner, halblanger, wuscheliger Haarschnitt, leicht genervt, was auch immer gut kommt, plus dem irgendwie originellen, romantisch abseits gelegenen Heimatort Kiel. Von Moritz Schularick würde ich mir auch Ehe-Tipps geben lassen, er ist krasses Sachbuch-Bestseller-Material.
„Darum ist Trump immer so orange“ (Bild).
Leif Randts Feelings sind natürlich genau so gut, wie Andreas Bernard — komplett klar, wie immer — schon vor Wochen am Telefon erzählte. Ich kann immer nur acht bis zehn Seiten lesen, it is too intense. Er spielt, schreibend, könnerhaft mit dem Gaspedal, immer nur ganz bissl antippen, hören, wie der Motor klingt, bloß nicht zu viel Gas. Auf Seite eins kommen in der Aufzählung von „gekühltem Mineralwasser in kleinen Glasflaschen“ und „hellgrünen Apfelschnitzen“ auch noch die, Achtung, „lauwarmen Salzbrezeln, in Stoffservietten eingeschlagen“: Es ist so einfach — es sind diese Momente, an denen man merkt: Okay, Könner am Werk, da lasse ich mir jetzt viel sagen, da höre ich jetzt ganz genau weiter zu. Das wird gut.
Harvester seit heute wieder im Einsatz. Fürs Geschäftsjahr 2024/ 25 fehlen noch rund 800 Festmeter.