18. Februar 2026, Mittwoch

Das depperte Skifahren, ich bin zu sensibel dafür — kein besonders originelles Charakter-Merkmal, finde auch. Ich kann mir eigentlich keinen mit vollen Sinnen ausgestatteten Denker, Schreiber, feinen Freund des Hauses vorstellen, der das gerne tut, dieses Sich-in-diese-Plastik-Schuhe-Hineinzwängen (Skischuhe), sich da anstellen (Parkticket kaufen, Skipass kaufen, dann immer wieder im Schieben, Schubsen und Mit-Skistöcken-Stechen am großen Sechser-Lift anstehen), zur Mittagspause beim Germknödel und Pfannakuacha-Suppn bestellen in der Skialp den Prollo-Gabba-Après-Ski-Techno von den Atzen in die Ohren geballert bekommen (Was geht ab/ Wir feiern die ganze Nacht). Andererseits, was soll das sensible Rumgetue: We’re kind of really enjoying it here, folks.

Das wunderbar abgemeldete Bayrischzell (natürlich drängt auch hier schon viel Wellness-Fitness-Salat-Deutschland in den Ort, aber noch geht es): Das einst berühmte Dorf liegt hinter dem im Sommer von scheußlichen Angeber-Cabrios aus München belagerten Schliersee, eben ein paar entscheidende Kurven weiter, aus irgend einem Grund gelten hier andere Gesetze. Man fühlt an vielen Ecken, welchen hübsch bescheidenen Glamour das hier in den Fünfziger- und Sechzigerjahren gehabt haben muss — den von viel Nachkriegs-Erschöpfung, lecker Obstkuchen mit Sahne, Schlager von Roy Black und Peter Alexander und der Kaminbar mit Hammond-Orgel: das schöne Hotel Klosterhof zur Post, Foto-Huber (Fotos und Andenken), Sparkasse, Fünfzigerjahre-Rathaus, das heartbreaking „Haus der Geschenke“. Der in Bayrischzell servierte Schweinsbraten ist angenehmerweise auch nicht besonders gut, eher so eine sympathische 4+. Kommt an meine Herz, deutsche Fünzigerjahre.

Über die Söder-Tochter Gloria-Sophie Burkandt muss ich noch mal diszipliniert nachsitzen, also nachlesen (Süddeutsche, Bild-Zeitung etc.): Wer ist das noch mal? Warum sollen wir uns für sie jetzt noch mal interessieren? „Schon länger gibt es Gerüchte …“, ah ja (die Söder-Töchter, 27, und der neunzigjährige — oder ist er erst siebzig? — Google-Milliardär namens Eric Schmidt). Ein Satz aus der menschenfeindlichen Klatsch-Logik, so in der Süddeutschen: „Weil sich die beiden selbst nicht äußern, bleibt viel Raum für Deutungen.“

Vorschlag aus der hier zum Skifahren angereisten Familie: Heute mal keinen Kaiserschmarren. Wie heute mal keinen Kaiserschmarren, was ist denn das bitte für ein vollkommen in falsche Richtung gehender Vorschlag? 😘😘

Abfahrt von Martin Purwin nach 14974 Ludwigsfelde/ Brandenburg nach zwei Tagen Besuch in Bayrischzell. Jetzt kann er, der liebe Freund, auch noch richtig altmodisch gut und elegant Ski fahren, war ja klar (Parallelschwung, Baby, nichts da Carving), es ist die in Düsseldorf ausgebildete Disco-Schule der späten 1980er-Jahre, die kann alles.

Meldungen aus dem Wald, Telefonat mit dem Herrn Betriebsleiter: Der Harvester ist vom Pfarrhausweg an die Alte Rehauer Straße umgezogen. Die Böden sind wieder hartgefroren — das finden wir natürlich gut, weil der Rückezug so weniger Zerstörung in die Gassen anrichtet.

Jetzt verpasse ich, das kann mir als alter Heimat-Freak auch nicht recht sein, den Lars-Klingbeil-Auftritt am Ascherdonnerstag in 95709 Tröstau, am Freitag dann noch den vom SPD-Ortsverein ausgerichteten Preisschafkopf im Vereinsheim des 1. FC Schönwald 1916 e. V.. Erster Preis: eine 3-Tagesfahrt nach Berlin für zwei. Schenga Gruaß. Haut rein.