19. März 2026, Donnerstag
Die Gefühle sind heute wieder sehr 55jährig. Was das heißt? Wie ist man da genau drauf?
Etwa so: bissl ängstlich; müde; wehleidig (oh Gott); null auf Konflikt, auf Schubserei eingestellt; in die Richtung bissl tattrig und debil gut gelaunt. Auch das ist sehr 55jährig: dass das völlig okay ist, ein bissl runtergedimmt, bissl mittelmäßig, bissl doofiemäßig unterwegs zu sein. Sorry. Ihr Süßen, Lieben.
NIE MEHR KRIEG.
Moment, das klingt irgendwie falsch, es muss heißen:
NIE WIEDER KRIEG.
Wie „Nie wieder Krieg“, es IST doch Krieg.
Es müsste also „Make Love Not War“ oder „Stop the War“ heißen — Liebe machen, klar, immer schöner als Krieg (das sind doch zwei völlig unvergleichliche Dinge, wem das noch nicht aufgefallen ist), aber ich will ja, dass der Krieg, jetzt, wo er schon einmal läuft, mindestens noch so lange anhält, bis das angereicherte Uran des Iran außer Landes gebracht ist (so fordern das die Strategen bei Paul Ronzheimer), sonst war ja alles komplett sinnlos. Schwierig.
MAKE LOVE AFTER WAR. Oder um es noch mal ganz klar für alle zu sagen:
Liebe machen, klar, aber wer bringt jetzt das scheiß Uran aus dem Iran?
Auch mit dabei: Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer.
Heute Mittag interviewt uns — das sind Erika Thomalla und mich — der MEISTER und Literaturchef der Zeit Adam Soboczynski auf der Leipziger Buchmesse (Ort: Indie-Bühne, Halle 5, Stand H406) zur Gegenwart von Popliteratur und Popjournalismus etc., etc.. Und zum Text+Kritik Band Nr. 250. Um 13.30 Uhr fangen wir an. Bin gespannt.