20. September 2025, Samstag

Sonne! Uff, schon wieder.

Beim Frühstück spielt mein Handy das Treffen der Power-Brains und Extremunterhalter Micky Beisenherz und Philipp Oehmke ab: extrem unterhaltsam, natürlich. Bei Apokalypse und Filterkaffee reden die beiden auch über ihre Traum-Bodys und wie man im Alltag wegsteckt, so gut auszusehen — da geht natürlich Einiges! Micky trainiert, seitdem er 15 ist, Oehmke bringt den für Steroide zuständigen Minister Robert F. Kennedy Jr. als Fitness-Vorbild ins Spiel (Beisenherz: „Wenn man es zu sehr will, ist es nicht gut“).

Es geht nun AUCH um die literarische Qualität von Fitnesstraining und Gymbesuchen, im Gegensatz zur Roman-Tauglichkeit von Baseball, Tennis, Fußball etc. (Einigkeit bei beiden: Das ist kein literarischer Stoff, wenn erwachsene Männer, vor Spiegeln stehend, sich die Arme dick machen).

Philipp, der seit der Jahrtausendwende immer wieder in den USA gelebt hat und vom Land der merkwürdigen Amerikaner im sehr Kleinen und ganz Großen vielleicht mehr verstanden hat als alle ehemaligen USA-Korrespondenten zusammen, ist natürlich the man, wenn es heute noch mal um die Absetzung des Late-Night-Talkers Jimmy Kimmel geht: Ist das jetzt sehr schlimm oder doch gar nicht so schlimm?

Es ist natürlich ein echtes Ultra-Alarmsignal — und galt, auch im Lager der Trump-Apokalyptiker, bis vor kurzem noch als unvorstellbar: „Wenn eine der mächtigsten Entertainment-Figuren der letzten zwanzig Jahre so entsorgt werden kann, dann gibt es keine Grenzen mehr“ (Oehmke). Beisenherz fällt zur Faktizität des Schocks um den kaltgestellten Komiker kaum ein guter Gag ein — verständlich: Es ist eben gedanklich für uns arme Europäer eine große Herausforderung, wirklich klarzukriegen im Kopf, dass in den USA zur Jetztzeit — also in der ganz derzeitigen Gegenwart — gerade die Pressefreiheit unter Feuer steht.

Oehmke: „Dann kommt ein orwellscher Bürokrat wie dieser Brandan Carr, Chef der Überwachungsbehörde Federal Communications Commission, hinter dem Sofa hervorgekrochen und sagt: „We can either do it the hard or the easy way“ —  das ist schon alles sehr, sehr schwer zu ertragen.“

Zwischendrin, man mag so was sehr (und dafür hört man ja auch den Beisenherz-Podcast), geht es auch noch mal um die Frage, ob ein technical gadget wie die neue Apple-Brille nur noch nervt und Depressionen auslöst oder doch noch für irgend ein Excitement sorgen kann (da geht es, logisch, um nicht weniger als die Frage, ob das Leben an sich, zu dem wir alle verurteilt sind, irgendwie noch machbar ist): gemischte Gefühle. Philipp-Ich-habe-neulich-zufällig-beim-Mittagessen-Jeremy-Strong-von-Succession-getroffen-Oehmke: „Ich umarme so was schon.“

Ab 12 Uhr: Willkommen zum Bürgerdialog. SPD-Bürgermeisterkandidat Markus Korlek baut am Kreuzstein, Alte Rehauer Straße in 95173 Schönwald, seine rote Bank auf.

Heute Abend: fettes, dunkelrotes Kreuz im oberfränkischen Gesellschafts-und-Kultur-Kalender. Die Oper Hof eröffnet die Spielzeit mit Eugen Onegin.