24. September 2025
Adam per SMS, er hat mein Leif-Randt-Getobe vor ein paar Tagen auch gelesen: „Fiese Möpp bist du.“
Möpp, sehr lustig. Er, Adam, hat seine Schulzeit, wie ja allgemein bekannt ist, in Koblenz vebracht, dann, soweit ich weiß, in Bonn studiert, altes Westdeutschland, NRW. Da redet man so: Möpp. Wirklich lustig.
„Du hast natürlich nicht geschrieben“, so Adam weiter, „dass Du das Buch in Wahrheit ganz toll findest.“ Stimmt, das hatte ich nicht extra geschrieben, ich dachte, das teilt sich ganz automatisch mit, ist nicht so?
Leif Randt selbst jedenfalls hatte es intuitiv richtig verstanden. Er ließ mir, in wirklich ziemlich guter, genau genommen sogar richtig toller Großzügigkeit, über Insta ausrichten: „Viel Spaß auf der Wiesn, Honey.“ Schön!
So muss sich Maxim Biller das doch immer gewünscht haben: dass man sich in der Öffentlichkeit komisch kabbelt und gegenseitig vorführt, sich in Wahrheit aber fundamental respektiert. Besser als andersrum — ich meine, besser als sich in der Öffentlichkeit mit anödenden, verlogenen Komplimente zuzuseiern, sich aber hinterrücks nur Scheiße an den Hals zu wünschen. Das, liebe Leserinnen von MadW, ist not one of the problems of Leif Randt und Moritz von Uslar.
Tag sonst heute:
Gut zwei Stunden mit dem Herrn Förster im Wald.
Der Biber.
Der Einschlag.
Die Niederschläge.
The Fischotter-Abwehrzaun.
Vorbesichtigung Weißtanne als potenzieller Weihnachtsbaum für die Stadtmitte Schönwald.
Manchmal stimmt: einfach alles.
Jetzt: mit Riesenfreude, auf dem großen blauen Sessel mit der LIEGENEIGUNG liegend, Lektüre der Johanna-Adorjan-Rezension von Woody Allens Roman What‘s With Baum? in der SZ. Man denkt, das kann nicht gut sein, das Buch, woher auch. Und so ist es dann auch: „eher ganz nett als lustig (…) wie einer der müderen Woddy-Allen Filme“. Die Leistung von Johannas Rezension besteht darin, dass sie zeigt, dass es möglich ist, eine halblange, angemessen halbinteressierte Rezension von Woody Allens erstem Romans zu schreiben, ohne die ganze „Darf man mit der adoptierten Tochter von Mia Farrow ein Verhältnis haben und mit derselben Tochter später eine Familie gründen?“-Geschichte noch mal zu erzählen und zu bewerten.
Das noch.
Ach, und dieses und jenes noch.
Und die Zeit zwischen zwei und fünf Uhr nachmittags dehnte sich auf gefühlt acht Stunden (das gibt es nur hier im Wald).
Oida, das Rindsgulasch, das es heute Abend gegen halbacht geben soll, ist jetzt schon so gut.