31. Januar 2026, Samstag

Ein Ufo in Weißwurstform landet vor der Bayerischen Staatskanzlei: Munich Machine (Text: Albert Ostermeier, Musik: DJ Hell, Benedikt Brachtel). Das Stück: auch eine Hommage an den im Sommer vor drei Jahren verstorbenen Slasher und Vollgas-Jockl Klaus Lemke. Premiere am 6. Februar im Residenztheater, München (ausverkauft).

Sie lag im Bett, aus dem Bad kamen meine Zahnputz-Geräusche, als wir noch einmal sagten, dass Stevie Wonders I Just Called To Say I Love You — gerade wegen seiner Schlappheit, gerade wegen seiner Gstaad-Hotelbar-Dödelhaftigkeit — natürlich der schönste Song aller Zeiten sei.   

Du wärst doch gerne schwul.
Ja, klar.
Wer denn bitte nicht.

Erklärung eines 1970 Geborenen:

Letztlich, so sehe ich es, seitdem ich im Internat, vielleicht mit fünfzehn, anfing, auf einer Schreibmaschine erfundenen Live-Berichte von Popkonzerten zu tippen, auf denen ich niemals war, habe ich, der ich zur School of Pop gehöre, praktisch schon immer exklusiv für Schwule geschrieben und natürlich: für sehr junge, am besten lesbische Frauen — für wen hätte man denn sonst schreiben sollen (große Teile unserer Anliegen, die hitzigen Geschmacksurteile, das ganze oberästhetizistische Theater, waren für nicht-schwule Männer doch gar nicht mehr nachvollziehbar oder spinnert-uninteressant — gay love all over the place, es sind die einzigen Menschen, mit denen man sich als Schreiber echt verbunden fühlt oder mit denen man so etwas wie eine Bewegung gründen möchte (Superschlaumeier mögen mir jetzt gay approval seeking vorhalten, klar, klar, oder, wie das auch genannt wird, homoaffektives Verhalten, das ist aber totaler Quatsch, ich verstehe nur Bahnhof, okay, okayyy).

Dieses noch ausprobieren.
Und das noch.
Und das noch.
Und das. 

Maxim Biller heute mit einer Glosse in der Süddeutschen Zeitung. Was ist das gleich noch mal, eine Glosse? Etwas Feuilletonistisch-Anspruchsvolles im Stil eines 1920er-Jahre-Feuilletons (Weltbühne), bei dem man aber trotzdem lachen, besser: schmunzeln, noch besser: gleichzeitig amüsiert und bisschen erschrocken und verstört sein soll?

Lieber Manfred,
es wäre mir ein Vergnügen und ein Lichtblick in diesen, wie gesagt, düsteren Zeiten.
Beste Grüße, Egbert.

Manfred!

Äh.
Äh, hahaha. Ja.

Also, es ist schon lustig, aber auf sehr Maxim-Billerige Art lustig, also etwas papierern und wie immer bisschen angestrengt und im für Maxim Biller reservierten Kanal des Mittellustigen geblieben. PS: Ich finde es ja gut, wenn Schweres leicht daherkommt, also in total verständlicher Sprache und mit einer Prise Humor.