8. September 2025, Montag

Nachricht aus 16792 Zehdenick, per Sprachnachricht gesendet — in der Stadt spielt sich eine sagenhafte Posse ab um einen parteilosen Bürgermeister, der sich in einer Stichwahl gegen einen aus Berlin stammenden AfD-Kandidaten durchgesetzt hat und sich seither (genauer: seit Tag zwei seines Amtsantritts) mit Attesten von ihm offenbar wohl gesonnenen Ärzten krankmeldet, es geht natürlich auch um die Bezüge, die so ein Bürgermeister einer brandenburgischen Kleinstadt, der offenbar nie vorhatte, bei seiner Arbeit anzutreten, seit seiner Wahl, also seit März dieses Jahres, kassiert (das sogenannte Ruhegehalt) — effektiver kann man einer hier eh schon angezählten und tödlich schwachen Demokratie keinen Schaden zufügen als der gewählte Bürgermeister, der offenbar für niemanden, weder postalisch, noch per Telefon, zu erreichen ist (währenddessen hat die AfD ein Abwahlverfahren initiiert, über das nun in großer Koalition aus CDU, SPD, GfZ (Gemeinsam für Zehdenick), BfZ (Bürger für Zehdenick), WS (Wählergemeinschaft Schorfheide), Linken, Grünen und AfD am 18. September beraten und entschieden werden soll). Man kann sich das nicht ausdenken, eigentlich müsste der Spiegel einen Titel über diese Vorgänge bringen. Zeile:

WATT? WER? Wie in einer brandenburgische Kleinstadt die Demokratie durch Doofheit — oder war es Verrat? — verlorenging.

Danke an dieser Stelle auch an Trainer Micha Ungar, der mich mit Texten aus der Gransee-Zeitung und Märkische Allgemeinen über das letzte Kapitel der AfD auf ihrem langen, schwachsinnigen Weg an die Macht auf dem Laufenden hält.

Und hier nun die Sprachnachricht, haarscharf an diesen Vorfällen vorbei, dafür aber ums so lustiger, in the good old Deutschboden-Slang, von der Romanfigur Raoul Seehausen:

„Moritz, Moooooritz — ja, genau, so bekehren wir die ganzen Fleischesser: Wir vergleichen sie mit dem zwanghaften Wurstfresser Markus Söder, und dann kommen sie alle aus Scham zu uns, exakt so läuft das. Vegetarier aller Länder, vereinigt euch.

Schöne Grüße nach Zürich! Passender Herbstanfang, passender Endsommer. Riesenlust auf Oberfranken — hatte auch schon vor, mal vorzuschlagen, mal vorbeizukommen, man hat ja Autos und alles, man ist ja easy unterwegs, aus Fernfahrer-Sicht allet nur ein Katzensprung. Gerne auch schon im Oktober — am besten noch, bevor Battlefield 6 auf der Playstation 5 erscheint, denn könn’ wa schön zusammen ma‘ wieder paar Bierchen trinken und schön vegetarisch watt zusammen essen. Ich kann dich da gerne mit Rezepten inspirieren.

Ansonsten: Hier läuft mein schönes Big-Lebowski-Arbeitslosen-Leben, noch dieses Jahr, es ist so herrlich, aaaaah, es tut so gut — nichts tun ist so geil, es ist so voll mein Ding. Ick liege hier, werde gleich noch watt zu fressen einkaufen, weeßt‘ ja, und ich habe auch schon einen dicken, fetten Joint geraucht. Also, schöne Grüße! Alles ist gut. Alles ist gut.“

Ja, alles gut, schönen Gruß, liebes Paulchen und lieber Carli, vom schon zweiten Kaffee im Bellevue-Pavillon.